Andreas Willscher erhielt frühzeitig Akkordeonunterricht.
Ab seinem 13. Lebensjahr begann er die Ausbildung am Klavier, und
obwohl er sich daneben nur autodidaktisch im Orgelspiel übte,
wurde er 15jährig bereits Organist an St. Franziskus in
Hamburg-Bambek.
Im Anschluß an die schulische Ausbildung und den Grundwehrdienst
studierte Andreas Willscher u. a. bei Ernst-Ulrich von Kameke (Orgel)
und Günter Friedrichs (Komposition) an der Hamburger Hochschule
für Musik und Theater.
Die kontinuierliche kompositorische Produktion begann bereits 1975.
Seitdem tritt Andreas Willscher sowohl als Interpret als auch als
Komponist gleichermaßen in Erscheinung und ist auf Tourneen in
Deutschland, Frankreich und der Tschechischen Republik zu finden.
Der französischen romantischen Orgelmusiktradition besonders
zugetan, beeinflußt durch seinen Lehrer Günter Friedrichs,
der selbst noch Schüler von Olivier Messiaen war, engagiert sich
Andreas Willscher vor allem bei der Propagierung deutscher Musik aus
den Sudetenländern.
Neben Konzertourneen in die Tschech. Republik mit Werken
sudetendeutscher Komponisten steht sein eigenes Oeuvre, das thematisch
Bezug nimmt zur Musiktradition der böhmischen Länder.
Hier ordnen sich auch seine Bemühungen mit der Gründung des
Hamburger Forums sudetendeutschen Komponisten 1989 oder als
Mitgründer der Ferdinand-Pfohl-Gesellschaft (seit 1994
Pfohl-Woyrsch Gesellschaft e. V. mit Sitz in Hamburg) 1993
anläßlich des 4. Elbogener Orgelfestes ein.
Seit 1986 zählt Andreas Willscher zu den Mitgliedern der
Künstlergilde Esslingen.
Neben dem musikkünstlerischen Schaffen steht das publizistische mit literarischen und wissenschaftlichen Beiträgen.
Außerdem bemüht sich der Sammler Andreas Willscher um
verschollen geglaubte oder in Vergessenheit geratene Musikalien,
insbesondere für die Orgel.
Würdigung fand sein kompositorisches Oeuvre bereits mit
zahlreichen Preisen, so z. B. 1982 beim Kompositionswettbewerb Neue
Musik für Akkordeon der ABC Edition mit Rhapsodie und Valse
concertante, 1985 beim Oldenburger Kompositionswettbewerb Big Band und
Symphonieorchester mit Gandalfs Ritt für Sinfonieorchester und Big
Band, beim Kompositionswettbewerb der DHV Bielefeld mit dem 2. Preis,
beim Kompositionswettbewerb des Evangelischen Stadtkirchenverbandes
Köln 1997 mit dem 1. Preis sowie mit dem Förderpreis für
Musik der Sudetendeutschen Landsmannschaft.
1995 wurde er mit dem Sudetendeutschen Kulturpreis ausgezeichnet.
Seit 2000 ist er Kirchenmusiker an der katholischen Kirchengemeinde St. Joseph in Hamburg-Wandsbek.